Holunderblüten ernten: Tipps und köstliche Rezepte

Holunderblüten pflücken und in den Korb ablegen

Wenn der Frühsommer beginnt und der Holunder in voller Blüte steht, verströmen seine duftenden Dolden ein unverkennbares Aroma. Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra), ein in Mitteleuropa heimischer Strauch, ist nicht nur eine Zierde für Gärten und Landschaften, sondern auch kulinarisch vielseitig nutzbar. Seine blumig-süßlich schmeckenden Blüten enthalten wertvolle Inhaltsstoffe und lassen sich in zahlreichen Rezepten verarbeiten. In diesem Beitrag erfahren Sie, wann und wie Sie Holunderblüten optimal ernten und welche köstlichen Zubereitungsmöglichkeiten sich daraus ergeben.

Warum lohnt es sich, Holunderblüten zu ernten?

Holunderblüten werden seit Jahrhunderten in der Naturheilkunde geschätzt. Sie sind reich an Antioxidantien und Vitamin C und werden für ihre entzündungshemmenden, schweißtreibenden und verdauungsfördernden Eigenschaften geschätzt. Darüber hinaus verleihen sie Tees, Sirupen und Marmeladen ein unverwechselbares, blumiges Aroma.

Beim Sammeln von Holunderblüten ist jedoch Vorsicht geboten: Sträucher, die in der Nähe von vielbefahrenen Straßen oder intensiv bewirtschafteten Feldern stehen, sollten Sie meiden, da sie mit Schadstoffen belastet sein können. Idealerweise ernten Sie nur vollständig entwickelte Dolden mit geöffneten Blüten. Dabei empfiehlt es sich, die Blüten mit einer sauberen, scharfen Schere abzuschneiden und in einem Weidenkorb zu transportieren. So bleiben sie luftig gelagert und werden nicht zerdrückt.

Holunderblüten - der richtige Zeitpunkt für die Ernte

Die Erntezeit für Holunderblüten variiert je nach Standort und Witterung zwischen Ende Mai und Anfang Juli. Der optimale Erntetag ist sonnig und trocken, da feuchte Blüten schnell an Aroma verlieren. Besonders intensiv duften und schmecken sie am Vormittag, wenn sie ihren höchsten Gehalt an ätherischen Ölen entfalten.

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Was lässt sich aus Holunderblüten machen?

Nach dem Sammeln sollten die Holunderblüten kurz „auslüften“, damit kleine Insekten die Dolden verlassen können. Ein vorsichtiges Ausschütteln hilft ebenfalls, Schmutz und Krabbler zu entfernen. Waschen sollten Sie die Blüten besser nicht, da sie sonst Aroma und Pollen verlieren.

Hier kommen unsere vier Lieblingsrezepte, um die geernteten Holunderblüten in leckere Köstlichkeiten zu verwandeln:

1. Holunderblüten-Sirup

Für einen fruchtig-süßen Sirup kochen Sie 1 kg Zucker mit 1 Liter Wasser auf. Geben Sie etwa 15–20 Holunderblütendolden und 2 grob zerteilte Limetten dazu. Lassen Sie das Gemisch abkühlen und für 3 Tage an einem kühlen Ort ziehen. Anschließend können Sie es durch ein Sieb oder Tuch abseihen und den Sirup in Flaschen abfüllen. Der Sirup hält sich mehrere Wochen im Kühlschrank und schmeckt wunderbar in Wasser oder Sekt als erfrischendes Getränk.

2. Holunderblüten-Marmelade

Für 2 Gläser Marmelade legen Sie 10–15 Holunderblütendolden in 500 ml Apfelsaft ein und lassen das Ganze über Nacht ziehen. Am nächsten Tag seihen Sie den Saft ab und lassen ihn in einem Topf 10–15 Minuten köcheln. Nach und nach 200 g Gelierzucker einrühren und weitere 2 Minuten unter Rühren kochen. Die heiße Marmelade in abgekochte Gläser füllen, fest verschließen und kopfüber auskühlen lassen.

3 Flaschen Holunderblütensirup mit Korb mit Holunderblüten

3. Holunderblüten-Gelee

Für 4 Gläser Gelee legen Sie 10 Dolden über Nacht in 300 ml Orangensaft ein. Am nächsten Tag den Saft abseihen und mit 400 ml Wasser und 100 ml Zitronensaft 15 Minuten köcheln lassen. Fügen Sie 500 g Gelierzucker hinzu und kochen Sie das Gelee 3–5 Minuten sprudelnd auf. Füllen Sie es heiß in sterilisierte Gläser und lassen Sie es kopfüber auskühlen.

4. Holunderblüten-Tee

Für selbstgemachten Tee lassen Sie einige Dolden kopfüber trocknen. Nach dem Trocknen schneiden Sie die Blüten von den Stielen ab und bewahren sie in einem luftdichten Gefäß auf. Für eine Tasse Tee (250 ml) nehmen Sie etwa 1 EL getrocknete Blüten und gießen sie mit heißem Wasser auf. Nach 5–10 Minuten Ziehzeit ist das Getränk bereit zum Abseihen. Wer mag, kann den Tee mit Honig und einer Zitronenscheibe verfeinern.